Sonntag, 23. Oktober 2011

Vom Markenwahn und einer Zukunftsversion

Stellen sie sich vor sie gewinnen im Lotto ganze 100.000 Euro. Was würden sie wohl davon kaufen? Eine Weltreis oder einfach neue Klamotten und Schuhe? Angenommen sie entscheiden sich für die zweite Geldinvestition. Für welche Marken würden sie sich wohl entscheiden? Würden sie bei H&M, Zara und Deichman kaufen oder lieber bei Gucci, Prada und Chanel? Nicht besonders viele Leute würden sich für die billigeren Marken entscheiden sondern lieber mit teuren Namen ihren Status zur schau stellen.



Aber woher kommt unser extremer Markenwahn ?

Warum entscheiden wir uns eher für die teuren Marken ?

Nur weil da ein Name drauf steht ?

Oder finden wir die teuren Klamotten wirklich schöner ?



Nehmen wir mal zum Beispiel eine Tasche von Adidas eine ganz normale Sporttasche in mittlerer Größe. Im Vergleich dazu nehmen wir eine Sporttasche von einer unbekannten Firma, sie hat dieselbe Größe, dieselbe Farbe und dieselbe Fächeranzahl. Sie kostet aber nur ungefähr die Hälfte. Für welche Tasche würden sie sich entscheiden würden sie die billigere Tasche nehmen und vielleicht noch eine andere Tasche von dem übrig bleibendem Geld kaufen oder würden sie sich für die Adidas Tasche entscheiden ?

Sie würden sich für die Adidas Tasche entscheiden hab ich recht? So würden vermutlich die meisten Menschen im Alter von 10-30 Jahren Handeln. Als Ausrede benutzen die meisten dann Sprüche wie: Bei der Tasche weiß ich wenigstens das die Qualität stimmt. Die Wahrheit würde aber vermutlich einfach sein: Ich möchte aber lieber die teurere kaufen weil sie mich reicher aussehen lässt und das sind mir die paar Euros wert.



Wenn Leuten dein T-shirt gefällt kommt erst einmal die Frage von welcher Firma es ist und wie viel es kostet. Die „Markengeilheit“ wird uns schon in frühen Jahren beigebracht. Es geht schon im Kindergarten los. Es gibt Kinder die schon dort mit glitzernden und zweckentfremdeten Chucks herumlaufen und es gibt Kinder die mit braunen und langweiligen aber dafür robusten Schuhen unterwegs sind. Und selbst in diesem jungen Alter ist es uns schon peinlich nicht bunte oder glitzernde oder gar billige Klamotten anzuziehen. Später wenn wir auf die Grundschule gehen wird der Druck größer. In dem Alter fangen wir an Fernsehen zu gucken vorzugsweise auf Super RTL, natürlich ist die Werbung für die Kinder das beste an jeder Serie. Und selbst in diesem Kindersender lauft zb. Werbung für Klamottenläden zwischen „Horsland“ und „Hotel Zack&Cody“. Zwar nur von C&A aber genau dort gibt es viele Sachen die Kinder in dem Alter unbedingt wollen zum Beispiel eine Hose mit Glitzer-Ansatz oder großen Blümchen an der Seite. Also versuchen wir schon mit 10 Jahren unsere Eltern zu C&A zu schleifen und finden alles was von Kik, Takko oder anderen billigeren Läden hässlich.



Wenn wir ungefähr 13 sind fangen wir an Bravo, Mädchen und Co. zu lesen. In diesen Zeitschriften dreht sich alles um Mode, Stars und Schminke. Hier wird uns klar gemacht das wir wenn wir die falschen Klamotten tragen nicht respektiert werden oder kein Erfolgs haben. Sätze wie: „Was hat sich … wohl bei diesem Outfit gedacht? Das kann sie doch besser. Dann klappt es vielleicht Auch wieder mit den Jobs.“, sagen uns das die Stars die keine teuren und glamourösen Klamotten tragen auch keinen Erfolg mehr haben.



Auf der Oberschule werden sich die neuen Freunde auch erst einmal nach Aussehen ausgesucht. Man versucht sie also erst einmal mit den anzufreunden die einen ähnlichen Style haben wie man selber. In so gut wie jeder Klasse gibt es eine Art Anführer-Clique diese kann aus Jungs oder Mädchen bestehen. Meist sind diese auch diejenigen mit den besten und teuersten Klamotten. Meistens sind sie nicht mal sonderlich nett oder freundlich und trotzdem schaffen sie es dass allen aus der Klasse wichtig ist was sie denken oder sagen. Der Charakter der Personen in dieser Clique spielt für die Mitglieder selbst meist nur eine geringe rolle.



Doch es wird später nicht unbedingt besser. Beim Vorstellungsgespräch wird auch schon nach Klamotten aussortiert. In vielen Betrieben herrscht eine Kleiderordnung. In manche Lokale oder Clubs kommt man mit den falschen Klamotten erst gar nicht rein. Doch wie soll jeder Mensch ein Individuum sein wenn sich alle der Mode entsprechend gleich kleiden ? Sind das nicht zwei Gegensätze.



Es steht fest das die Mode sich nur durch starken Massenkonsum am Leben hält. Doch wenn die Mode sich so oft ändert wie können wir dann sicher sagen wer unmodisch ist und wer nicht. Alle Sachen die wir kaufen können, waren ja entweder mal modern oder sind jetzt gerade modern. Doch alle Sachen die jetzt modern sind waren schon einmal in Mode und werden es vermutlich irgendwann wieder sein. Zum Beispiel haben sich die Leute vor ein paar Jahren geschworen nie wieder in ihrem Leben Röhrenjeans anzuziehen und waren froh darüber endlich auch wieder mit weiten Hosen im Trend zu liegen doch jetzt sind die engen Hosen schon wieder in Mode. Was nun ? Wieder der Mode folgen und sich in die viel zu engen Hosen quetschen oder diesen Trend an sich vorbei ziehen lassen und für eine Weile „unmodisch“ sein. Das ist die Frage. Zum Glück hält die Zeit des Überlegens nicht lange an weil sich der Trend sich sobald man sich entschieden hat eh schon wieder ändert. Marcel Proust dazu:“ Die Moden wechseln so oft, da sie selber aus dem Bedürfnis nach Wechsel entstehen.“



Inzwischen interessiert sich fast jeder Mensch für die Mode. Es ist eine Art Lebenseinstellung geworden. Für manche ist es allerdings eher ein „Lebensfluch“ geworden vor allem wenn es dabei um die eigenen Kinder geht. Nicht alle Eltern sehen es gerne wenn die Tochter sich in viel zu kurze Röcke zwängt oder wenn die Hose des Sohn in den Kniekehlen hängt.



Wenn sie das bisherige gelesen haben werden sie denken das es sich in meinem Text ausschließlich um Frauen dreht doch das stimmt nicht. Vor einigen Jahren war es mit Sicherheit noch so das die Frauen viel mehr Wert auf ihr Äußeres gelegt haben doch inzwischen gleicht sich das eigentlich aus. Wenn die Frauen in dieser Zeit zum einkaufen begeben haben kam von dem Männern nur: Jaja, bring mir mal irgendein Hemd mit. Doch inzwischen ist es anders, die Männer haben anscheinend durch viel zu viel Werbung entdeckt das es da auch noch verschiedene Firmen, Farben und Stoffe gibt. Und so geht das Drama für die Frauen jetzt erst richtig los. Denn jetzt heißt es: „ Oh super, bring mir mal bitte ein weißes Hemd von Tommy Hilfiger mit, dazu noch das KL Homme Parfüm von Karl Lagerfeld und ein paar Marc O' Pollo Schnürschuhe in schwarz.“ Inzwischen haben die meisten Männer zwar ziemlich große Ahnung von Mode, aber das Shoppen liegt ihnen noch nicht so. Also müssen die Freundinnen oder Frauen herhalten und den Einkauf erledigen, das an sich ist ja kein Problem, aber wenn sich diese erdreisten sollte etwas anderes zu kaufen gibt es wirklich Ärger :)



Das mit den verschiedenen Moden ist ja so eine Sache nicht jeder Trend ist für jede Figur bestimmt. Können sie sich daran erinnern als alle Leute mit hautengen Hüfthosen herumliefen aus den der Tanga raus guckte dazu trugen die meisten ein extrem enges Top das bei vielen so gar nicht zu Figur passen wollte. Bei manchen sah das ganze etwas gefährlich aus. Als würden einem die Stofffetzen gleich um die Ohren fliegen. Da meistens viel zu wenig Stoff vorhanden war. Jeder Mensch fing an sich über diese Leute lustig zu machen, selbst die Leute die genauso aussahen aber der Meinung waren bei ihnen selber sehe es besser aus.

Doch über kurz oder lang gelingt es keinem Menschen sich aus der Modeszene raus zuhalten. Das zeigt auch ein erschreckendes Experiment. Ich habe mich neulich mal an den Computer gesetzt und den Begriff „Mode“ gegoogelt, was meinen sie wie viele Treffer gab es ? Es waren 3.080.000.000!!! Ziemlich viel. Dann habe ich zum Vergleich „Krebs“ gegoogelt dieser Begriff ist für drei Dinge einsetzbar. Ich bekam 28.000.000 Treffer geliefert.

Erschreckend...

Bei dem Thema Mode kommen jeden Tag neue Shops, Blogs und Internetseiten dazu. Es werden immer mehr. Das zeigt wie sehr unsere Welt schon von der Mode eingenommen ist.



Doch angenommen es würde keine Mode mehr geben (was eigentlich total unmöglich ist), Man könnte sein ganzes Leben lang die selben Klamotten anziehen das heißt man bräuchte nicht mehr shoppen gehen. Die Klamotten könnten über Jahrhunderte weitergegeben werden. Man bräuchte also auch keine Geschäfte mehr. Wäre das gut oder schlecht ?

Jeder Mensch verbringt in seinem Leben min. 3 Jahre mit shoppen. Was sollten die Leute sonst in der ganzen Zeit machen? Klar sie könnten etwas sinnvolles machen aber leider haben die wenigsten Menschen Lust darauf. Außerdem würde die Marktwirtschaft vermutlich total zusammenbrechen da die meisten Menschen sehr viel Geld für Klamotten ausgeben. Zum Glück müssen wir uns darüber keine Sorgen machen. Da es vermutlich immer eine Mode geben wird. Wie schon Karl Lagerfeld feststellte: „ Der Mode entkommt man nicht, denn wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder eine Mode.“

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